IFR/IFD –

Investment Firms Regulation /

Investment Firms Directive

Neuer Aufsichtsrahmen für Wertpapierfirmen

Die neue Verordnung (EU) 2019/2033 (Investment Firm Regulation – IFR) und die neue Richtlinie (EU) 2019/2034 (Investment Firm Directive – IFD) gestalten den Rahmen zu aufsichtsrechtlichen Anforderungen für Wertpapierfirmen neu.

Zentraler Inhalt des neuen Rahmenwerks ist die differenzierte Ausgestaltung von Aufsichtsanforderungen und -regelungen in Abhängigkeit von der Größe, Art und Komplexität der Wertpapierfirmen. Diese führt auch zu unterschiedlichen aufsichtsrechtlichen Meldeanforderungen hinsichtlich Meldeumfang und Meldefrequenz. Die vom Regulator getroffene Einteilung der Wertpapierfirmen in drei Klassen erleichtert die Bestimmung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen dabei erheblich.

Insbesondere kleinere Wertpapierfirmen werden ab 2021 neuen Vorgaben zur Eigenmittelzusammensetzung und -höhe unterliegen. Ebenso wird es für diese Firmen erstmals Offenlegungs- und Meldepflichten geben.

Abbildung: Zeitplan für IFR/IFD

Zukünftige Einteilung der Wertpapierfirmen in 3 Klassen

Wertpapierfirmen, die eine Bilanzsumme in Höhe von 30 Mrd. € oder mehr ausweisen und Handel für eigene Rechnung betreiben oder die Emission von Finanzinstrumenten – z.B. Aktien, Anleihen, Geldmarktinstrumente – mit fester Übernahmeverpflichtung betreiben, gelten zukünftig als Kreditinstitute.

Klasse 1: große, systemrelevante Wertpapierfirmen

  • Wertpapierfirmen der Klassen 2 und 3 mit einer konsolidierten Bilanzsumme von mehr als 15 Mrd. € oder mit einer konsolidierten Bilanzsumme zwischen 5 und 15 Mrd. €, falls die zuständige Aufsichtsbehörde die Anwendung der CRR-Regelungen für Institute gefordert hat.
  • Ausgenommen hiervon werden Wertpapierfirmen, die Waren- und Emissionszertifikathändler, OGAW-Investmentfonds oder Versicherungen sind.

Klasse 2: Nicht systemrelevante Wertpapierfirmen

  • Nicht-systemrelevante Wertpapierfirmen, die einen der unter Klasse 3 genannten Schwellenwerte überschreiten und nicht in Klasse 1 zuzuordnen sind.

Klasse 3: nicht systemrelevante, sogenannte „kleine und nicht-verflochtene“ Wertpapierfirmen

  • Für die Zuordnung als kleine und nicht-verflochtene Wertpapierfirma, werden folgende Schwellenwerte definiert, die kumulativ einzuhalten sind:

    • verwaltete Vermögenswerte unter 1,2 Mrd. Euro;
    • bearbeitete Kundenaufträge unter 100 Mio. Euro pro Tag für Kassageschäfte bzw. 1 Mrd. Euro pro Tag für Derivate;
    • bilanzielle und außerbilanzielle Gesamtsumme der Wertpapierfirma unter 100 Mio. Euro;
    • jährliche Bruttogesamteinkünfte unter 30 Mio. Euro;
    • der Betrag der verwahrten und verwalteten Vermögenswerte, der gehaltenen Kundengelder, des täglichen Handelsstroms, des Nettopositionsrisikos, des geleisteten Einschusses, des Gegenparteiausfallrisikos ist jeweils gleich null.

Wertpapierfirmen der Klassen 2 und 3, die Einlagengeschäft und/oder Emissionsgeschäft betreiben, fallen nicht in den Anwendungsbereich der IFR/IFD.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Zuordnung von Wertpapierfirmen zu den drei Klassen:

Abbildung: Einteilung der Wertpapierfirmen in Klassen

App Einteilung Klassen Wertpapiere

Finden Sie hier heraus zu welcher Wertpapierklasse Sie gehören.

Welche Änderungen ergeben sich für Wertpapierfirmen?

Wertpapierfirmen der Klasse 1 müssen auch weiterhin den Anforderungen der CRR/CRD nachkommen wie Kreditinstitute. Jedoch werden sie nun selbst zu Kreditinstituten, sodass diese Wertpapierfirmen künftig eine Banklizenz benötigen und durch die EZB beaufsichtigt werden.

Für Wertpapierfirmen der Klassen 2 und 3 gelten auf Basis der IFR/IFD jedoch neue Vorgaben.

  • In Zukunft müssen Wertpapierfirmen der Klasse 3 Eigenkapital in Höhe von mindestens einem Viertel ihrer fixen Gemeinkosten vorhalten.
  • Wertpapierfirmen der Klasse 2 müssen dieselben Anforderungen erfüllen, jedoch mit dem Unterschied, dass sie einen sog. „K-Faktor“ hinzurechnen müssen. Das maßgeschneiderte prudenzielle System der „K-Faktoren“ soll die Kapitalanforderungen anhand der Größe, Art und Komplexität der Wertpapierfirma berücksichtigen.

Abbildung: Übersicht K-Faktoren

Art. 46 ff. IFR enthalten bzgl. der Offenlegungspflichten ebenfalls neue Regelungen. Wertpapierfirmen der Klasse 2 müssen die in Teil 6 der IFR genannten Informationen offenlegen. Für Wertpapierfirmen der Klasse 3 gelten eingeschränkte Offenlegungspflichten. Diese beinhalten Informationen zum Risikomanagement, zu Eigenmitteln und Eigenmittelanforderungen.

Darüber hinaus haben Wertpapierfirmen vierteljährlich Meldungen an die Aufsicht zu Eigenmitteln, Eigenmittelanforderungen, Konzentrationsrisiken und Liquiditätsausstattung abzugeben, wobei Wertpapierfirmen der Klasse 3 hierbei ebenfalls Erleichterungen erfahren.

Abbildung: Übersicht Neuer Regelungen

Unsere Lösung

Durch die Einführung der IFR/IFD setzt sich die zunehmend harmonisierte europäische Regulierung im Meldewesen nun auch bei den Wertpapierfirmen fort. Ziel der EU ist es, Geschäftsmodelle und Risiken von Wertpapierfirmen spezifischer berücksichtigen und damit eine effiziente Regulierung gewährleisten zu können. Hierbei werden in der IFR durchgängig Parallelen und Querverweise zu Vorgaben der CRR gezogen, die in BAIS als Meldewesen-Standardsoftware bereits jetzt vollumfänglich und verlässlich umgesetzt sind. Auf Basis dessen wird die Softwarearchitektur für die neuen Module der IFR/IFD auf bewährte Weise implementiert werden.

Mit BAIS als zuverlässiger Meldewesen Software und mit BSM als richtigem Partner an Ihrer Seite, wird Ihre Wertpapierfirma die komplexen Anforderungen der Aufsicht im Meldewesen auch in Zukunft erfüllen können. Die bewährte Struktur von BAIS wird mit unserer IFR/IFD Lösung beibehalten. Auf unserer Produktseite erfahren Sie mehr zu den BAIS-Eigenschaften.

Einführung und Betrieb:

Die Übernahme von Daten aus Zuliefersystemen wird über einfach anzubindende, klar strukturierte Schnittstellen oder unserem API erfolgen. Daten, die nicht automatisiert aus externen Systemen angeliefert werden, können einfach über einen Fileimport oder in den Meldepositionen manuell ergänzt werden.

Die Erstinstallation und Updates im Rahmen eines Release oder Hotfix erfolgen intuitiv durch das BAIS Installationstool und werden durch eine umfassende Anwenderdokumentation unterstützt, die z.B. wesentliche fachliche Grundlagen, Verarbeitungsregeln, Schnittstellendokumentation, Installationsanleitung, etc. beinhaltet.

BAIS-Schnittstellen:

Daten aus Vorsystemen werden über standardisierte Schnittstellen angeliefert und die automatisierte Zuordnung zu den Meldepositionen erfolgt über standardisierte Regeln. Informieren Sie sich gerne hier zu unseren Schnittstellen.

BAIS Release:

Die Standardsoftware BAIS unterliegt einer strikten Release-Führung, wobei die Anpassungen bestehender Meldungen und neue Meldungen klar im Fokus stehen. Unter der Berücksichtigung der gesetzlichen Änderungen erfolgen in der Regel 2 Release-Updates jährlich. Diese werden durch zusätzliche Hotfixes unterstützt, um kurzfristig Anpassungen zur ermöglichen. Mehr hierzu erfahren Sie auf unserer Homepage unter dem Menüpunkt Release-Konzept.

BAIS-Technische Daten – Effizienz im Betrieb:

Da BAIS plattform- und datenbankunabhängig programmiert ist, bietet es eine hohe Flexibilität hinsichtlich des Einsatzes von Hardware, Datenbanken und Betriebssystemen, um in Ihre Systemlandschaft integriert zu werden.

Ihre Vorteile

Mit BAIS als Softwarelösung und BSM als erfahrenen Partner an Ihrer Seite erhalten Sie eine zuverlässige Software zur Erfüllung Ihrer aufsichtsrechtlichen Pflichten:

BAIS ist eine stabile und performante Software.

Die bereits bestehenden CRR-Logiken können für die IFR adaptiert werden.

strikte Releaseführung mit ausführlicher Dokumentation und termingerechten Aktualisierungen zur Sicherstellung der jeweils gültigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen von BAIS

einfach und klar strukturierte Schnittstellen

spezialisiert auf die Entwicklung der Meldewesensoftware BAIS seit 1992

All-inclusive-Paket aus einer Hand (beinhaltet u.a. Analyse, Beratung, Implementierung, Managed Services, Hosting und Betrieb von BAIS, sowie die Meldungserstellung) innerhalb der msg Gruppe möglich

Gerne stehen wir Ihnen zusammen mit unseren Experten aus der msg Gruppe beratend zur Seite. Wenn Sie Fragen zur Umsetzung in BAIS haben, kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular. Sprechen Sie uns gerne zu unserer IFR/IFD Lösung sowie zu allen anderen aufsichtsrechtlichen Themen direkt an.

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